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Die Würfel fallen leise

Hand in Hand gingen sie zum Meer.

Die Nacht hatten sie zum Tag gemacht

und nun flohen sie vor der Wirklichkeit

und dem Schlaf, der sie schon längst abgeschrieben hatte.

Sie redeten, lachten, träumten...

Unschuld hüllte sie in einen Schleier,

der sie vom Rest der Welt trennte.

Stunde um Stunde zog vorbei.

                                    

Erst die Dämmerung zerstörte den Zauber,

den beide nicht zu brechen gewagt hatten

und erinnerte die Zeit an diesen Flecken Erde,

welchen sie für einen Moment vergessen hatte.

Unsicher - fast schon verlegen - gingen die beiden zurück.

Nebeneinander - und mit dem Wissen,

dass dieser Moment unwiederbringlich vorbei war.

Es hätte der Beginn von etwas Großem sein können.

 

                                                           SK 2010

25.10.13 02:33


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Abschied

Nebeneinander gingen sie die Straße entlang. Von irgendwoher wehte der Wind das Schlagen einer Turmuhr hinüber. Schon verblasste es und vermischte sich mit den typischen Geräuschen einer Kleinstadt am Sonntagabend.

Viel zu schnell war das Wochenende vorbei gegangen und sie musste zurück in ihr Leben in einer anderen Stadt. Ihre Treffen waren selten, aber dafür umso intensiver und dazwischen blieben ihnen nur ihre Telefonate, die meist erst weit nach Mitternacht endeten. Er hatte in ihr eine Freundin fürs Leben gefunden und dass sie auch ab und zu das Bett teilten, verlieh ihrer Freundschaft eine Exklusivität, die ihresgleichen sucht.

 

Der Zug kam. Sie standen von der Bank auf und er nahm sie zum Abschied in den Arm. Sie nahm ihm sein Capi ab, küsste ihn auf die Stirn und setzte es ihm dann wieder auf.

Überrascht sah er sie an. Sonst hielt sie sich immer an die Abmachung, dass sie in der Öffentlichkeit keine Berührungen, die über freundschaftliche hinausgingen, austauschen würden. Dann sah er ihren Blick und mit einem mal wurde ihm bewusst, wie schweigsam sie in den letzten Minuten gewesen war.

„Hey! Was ist los? Telefonieren wir nachher nochmal?“

Sie schüttelte ganz leicht nur, aber doch vehement den Kopf: „Leb wohl, P!“

„Was…? …Wieso?“

„Weil ich niemals das für dich sein werde, was du für mich bist. Ich habe dir zum Anfang gesagt, dass ich gehen werde, wenn es soweit ist und ich habe schon viel zu lange gezögert.“

Sie nahm ihren Rucksack und stieg in den Zug. Dann drehte sie sich nochmal um und lächelte ihn an, während ihr die Tränen lautlos die Wangen runterrannen:

„Danke für die Zeit mit dir!“

und dann ganz leise, so dass er es durch das Piepen, der sich schließenden Türen fast nicht gehört hätte:

„Vielleicht in einem anderen Leben…“

19.7.12 19:25


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